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11. Biblische Plage – E-Mails

Haben die Leute früher auch so viele Briefe geschrieben?
Warum ich ein Problem mit eMails habe? Weil ich erlebt habe, dass Leute, die ca. 10 Meter getrennt im gleichen Büro sitzen, per eMail kommunizieren. Nein, die Arbeitszeiten dieser Kollegen sind nicht unterschiedlich. Nein, die Kollegen sind nicht zerstritten.
Die Nutzung von eMails als Gesprächs- oder als Chat-Ersatz fällt mir seit langem auf.
Das Problem ist meiner Ansicht nach, dass niemand gelernt hat, mit diesem Medium umzugehen – mich eingeschlossen. Somit findet die Anwendung dieses Kommunikationsmittels nicht immer zielgerichtet statt.
Briefe unterliegen bestimmten Regeln, eMails sind gerade innerbetrieblich formlos. Leider führt eine schlechte Anwendung von Kommunikationswerkzeugen zu Verwirrung, Mehraufwand oder zu einer Kommunikation, die de facto nicht hilfreich ist.
Manchmal ist nur eine nicht geschriebene eMail eine gute eMail.

Vielleicht kommt die inflationäre Verwendung von eMails dadurch zu stande, dass es zu einfach ist eine eMail zu schreiben. Ich werde aber nicht vorschlagen, jede eMail 2€ kosten zu lassen, oder die täglichen eMails auf 5 Stück pro Tag zu rationieren.

Wie sehr die Kommunikation durch weitere Hilfsmittel (Chat, soziale Netzwerke,…) zerstreut wird, bleibt abzuwarten. Mir schwant aber nichts Gutes. In großen Unternehmen ist die Mitarbeiterstruktur zu heterogen. Die Menschen sind zu unterschiedlich, als dass die Mehrheit eine komplexe Kommunikationslandschaft zielgerichtet zu nutzen weiß.

Mein Lieblingstipp:
Greift zum Äussersten – Redet miteinander!

Meine Erfahrungen nach vielen Jahren mit zu vielen eMails pro Tag führten zu folgenden Regeln:

  • Überlegen, ob nicht ein Gespräch oder Telefonat geeigneter als eine eMail ist.
  • Kurzfassen und Sachlichkeit.
    Die eMail soll eine schnelle asynchrone Kommunikation sorgen.
  • Keine ‚Persönlichkeiten‘ per eMails austragen.
    Ärger und Kritik muss immer persönlich mit dem Betreffenden geklärt werden. Denn Kritik und Ärger führen oft zu Missverständnissen genauso wie Ironie (eine meiner ganz speziellen Erfahrungen).
  • Auch muss bedacht werden, dass eMails weitergeleitet werden können. Dies geschieht auch häufiger als man denkt.
  • Pro eMail nur 1 Thema.
  • Der Betreff muss selbstsprechend sein.
  • Vorsichtiger Umgang mit „Cc“ und dies nur verwenden, wenn es als Information an jemanden gehen soll. „AN“ verwenden, wenn jemand die eMail wirklich lesen oder etwas tun muss.

In diesem Zusammenhang ist folgender Link lesenswert:

Die Kunst der Mailminimierung

Lebe ich in einer Demokratie?

In Deutschland lebe ich in einer Demokratie. Dies werden die aller wenigsten bestreiten. Ob es eine gute Demokratie ist, werden schon einige mehr bestreiten.
Eine Kollegin aus einem nichtdemokratischen Land wollte neulich wissen, wie die Demokratie den Alltag in Deutschland beeinflusst.
Hm, genau genommen findet Demokratie nur bei Wahlen statt. Während der Legislaturperiode ist es keine Volksherrschaft, sondern eine Herrschaft der gewählten Vertreter. Schließlich sind die gewählten Vertreter ihrem Gewissen verpflichtet, was ich auch für richtig halte.
Die meiste Zeit meines Lebens verbringe ich aber nicht bei Wahlen, sondern mit meiner Familie und meiner Arbeit.
Über Demokratie in Familien will ich hier nicht schreiben, dazu sind Familien zu unterschiedlich. In diesem Lebensbereich ist jeder seines Glückes Schmied.
Aber im Arbeitsleben sieht die ‚Befehlsstruktur‘ bei den meisten Arbeitgebern gleich aus und zwar nicht demokratisch. Besteht jemand im Berufsleben auf eine Demokratie, bleibt der Weg in die Selbstständigkeit. Hierbei würde ich von Mitarbeitern abraten, da mir ansonsten nur bliebe, viel Glück bei der Auswahl der Mitarbeiter zu wünschen.
Da ich auf eine berufliche Selbstständigkeit verzichte, bleibt mir eine andere Form der Herrschaft, indem ich indirekte Einflussnahme praktiziere und zwar jeden Tag.
Mit anderen Worten: Ich muss zum Lobbyisten werden.
Wenn ich den Gedanken der Herrschaftsform in der Berufswelt weiter gehe, beschreibt die Aristokratie mit starkem Feudalsystem das Ergebnis am Besten.

Meine Kollegin war sichtlich verwirrt zu erfahren, dass die ganzen Errungenschaften wie Pressefreiheit, Liberalismus, Toleranz, Religionsfreiheit, usw. nichts mit der demokratischen Regierungsform zu tun haben. Zwar denke ich, dass die Entstehung von Pressefreiheit, Liberalismus, usw. in einer Demokratie wahrscheinlicher sind, aber es gibt Gegenbeispiele. Auch in Demokratien müssen diese Errungenschaften ständig weiterentwickelt und verteidigt werden.

Noch ein Wort zu ACTA

Ich weiß, über ACTA ist schon viel geschrieben, geschimpft und diskutiert worden. Deshalb halte ich meinen Beitrag kurz.
Nun, habe ich ACTA zwei Mal gelesen und mehrere Dinge festgestellt:
1. Die meisten Leute, die über ACTA reden, haben es nicht gelesen,
2. wenn man ACTA nach dem zweiten Lesen verstanden hat, hat es seinen Sinn verfehlt und
3. es wird sehr viel hinein interpretiert, was nichts mit ACTA zu tun hat.
Das war es auch schon.

Überwachungsstaat Deutschland?

Am 25. Februar 2012 wurde in mehreren Medien (z.B. Spiegel) veröffentlicht, dass im Jahr 2010 etwas mehr als 37 Mio. Emails und Datenverbindungen von den deutschen Geheimdiensten (Plural!) ausgewertet wurden. In 213 Fällen enthielten die Emails oder Datenverbindungen verwertbare Hinweise. Aus diesen Zahlen ergaben sich für mich mehrere Fragen, die in diesem Rahmen unbeantwortet bleiben:

  • Wie viele Straftaten wurden mit Hilfe dieser Hinweise aufgeklärt?

Das Argument der Befürworter einer ständigen Überwachung, ist die Aufklärungsquote von Strafaten. Dann möchte ich das Instrument der Überwachung auch genau daran messen. Mit der Aufklärung einer Straftat meine ich übrigens eine rechtskräftige Verurteilung.

  • Warum machen die Befürworter der Überwachung keine Werbung mit der Tatsache, dass die meisten der 213 Emails und Datenverbindungen im Zusammenhang mit illegalem Waffenhandel standen?

Viele Bürger sind der Meinung, dass illegaler Waffenhandel bestmöglich verhindert werden sollte. Dies ist doch ein gutes Argument für eine Ausweitung der Überwachungstechniken. Stattdessen wird der Bevölkerung mit Kinderschändern und Raubmördern Angst gemacht.

Diese Fragen führen mich zu der übergeordneten Fagen nach dem Überwachungsstaat.

Die Definition des Überwachungsstaates beginnt – meiner Meinung nach – bereits mit der Grundeinstellung der gesetzgebenden und gesetzbeeinflussenden Institutionen. Gerne nehme ich in Kauf, dass dies der Definition bei Wikipedia nicht vollständig entspricht. Denn den Symptomen (Abhör-, Videoüberwachung, .. – alles nur technische Möglichkeiten) geht ein Misstrauen gegenüber dem Bürger voraus. Was für ein Menschenbild!!

Erst aus dieser Grundannahme heraus ist es sinnvoll, Daten zu sammeln, die in keinem Zusammenhang mit einer bekannten Straftat stehen.

In einer freien Gesellschaft, sollte der mündige Bürger vorbildlich, nach bestem Wissen und Gewissen handeln, und die Strafverfolgungsbehörden kommen erst ins Spiel, wenn eine Straftat begangen wurde. Leider beinhaltet dieser Absatz gleich mehrere Annahmen, die in der Realität nicht zutreffen (können).

Dies würde nämlich auch heißen, dass „immer erst etwas passieren muss“ bevor eingegriffen würde. Deshalb ist ein „gesundes“ Misstrauen häufig angebracht. Jeder der ein Haus oder einen Gebrauchtwagen gekauft hat, weiß wovon ich spreche.

Aber genau dieses „gesunde“ Misstrauen hängt einerseits von vielen Faktoren ab und andererseits läßt dieser Graubereich sehr viele unterschiedliche Meinungen zu.

Ziel sollte es sein, möglichst grosses Vertrauen in die Bürger zu setzen und nur bei berechtigtem Verdacht auf verfassungsfeindliche Taten zum Mittel der ….aber dann ist keine präfentive Überwachung mehr.

Die gesellschaftliche Einstellung hierzu wird sich aber erst ändern, sobald das vermeintliche MEHR an Sicherheit gleichzeitig als ein WENIGER an Freiheit wahrgenommen wird. Solange die „ich-habe-nix-zu-verbergen“ Einstellung, vor der „und-genau-deshalb-braucht-der-Staat-nicht-meine-Daten“ Einstellung umhergeht, brauche ich Argumente und Beispiel, um Mitmenschen zu überzeugen.

Bewerbungsblog

Guten Tag!

Lassen Sie mich kurz beschreiben, worum es in diesem Blog geht.

Ein Mensch, der sich mit aktuellen Themen, privater wie auch gesellschaftlicher Natur, beschäftigt, benötigt direkt neben dem „Einlassventil“ auch mindestens ein „Auslassventil“. Jeder Mensch macht sich den ganzen Tag Gedanken über alles mögliche und verarbeitet Diskussionsbeiträge seiner Mitmenschen. Das Resultat hiervon ist in den meisten Fällen ein sehr persönlich geprägter Wortschwall am Ende des Tages im Kreise seiner Familie. Um meiner Familie nicht ständig hiermit auf die Nerven zu gehen, gibt es diesen Blog.

Ich wünsche noch einen schönen Tag und freue mich jederzeit über Rückmeldungen.

Gruß, Volker