Skip to content

Meine Meinung ist richtig?!

Wir sind die Guten, die anderen sind unfähig, böse, schlecht … was auch immer. Das will keiner mehr hören!
Neulich habe ich eine interessante Meinung zum Thema ‚Agression‘ gehört. Agression umfasst nach gesellschaftlicher Aufassung auch die verbale Gewalt. Verbale Gewalt drückt sich nicht dadurch aus, dass geschrien, geschimpft, gepöbelt wird, sondern der Inhalt des Gesagten ist wichtig.
Jemanden sprachlich zu erniedrigen ist also Gewalt. Soweit nix neues?
D.h. aber im Umkehrschluss, sich selbst gegenüber jemandem zu erhöhen, ist ebenfalls Gewalt.

Das Verhalten, sich selbst über Andere zu stellen ist überall zu beobachten. Mich erwische ich auch dabei, z.B. sind als Fußgänger die Autofahrer keine Partner im Straßenverkehr, als Autofahrer sind andere Autofahrer doof, im Flugzeug sind die hektischen Mitreisenden störend, usw. usw.

Sehr gut zu beobachten ist dies Verhalten in der Politik. Ich führe es darauf zurück, dass die Position in eigenen Partei gestärkt werden muss, dass die eigenen Argumente nicht ausreichen, und dass Politiker meinen, mit starken Worten den Stammwählern zu imponieren.
Oft wird auf dem politischen Gegner „herumgehackt“, anstatt in einer sachlichen Diskussion die eigene Position darzustellen. Dies würde aber voraussetzen, dass es immer richtige und falsche Positionen gibt. Für den einzelnen kann es zutreffen, aber für viele Menschen unterschiedlicher Ziele, Meinungen, Werte, usw. gibt es selten DIE eine richtige Position. Beispiel? Gerechtigkeit in der Steuerpolitik. Ist es gerecht, wenn alle die gleichen Steuern zahlen? Ist es gerecht, wenn Vielverdiener höhere Steuern zahlen? Ist es gerechter, nur den Konsum anstatt die Einkommen zu besteuern?
Da ist es doch viel einfacher, die Position des Anderen zu kommentieren, als zu belegen, dass die eigene Position die richtige ist.

Beispiele gefällig? Bitte schön:
http://www.allgemeine-zeitung.de/nachrichten/politik/rheinland-pfalz/11744857.htm

…viele einen 3D-Drucker hätten?

Was wäre, wenn man einen ordentlichen 3D-Drucker inkl. der notwendigen Bezugsquelle von Druckvorlagen zu Hause hätte?
Als Eltern von kleinen Kindern, könnte man Kinderspielzeug herstellen (vorausgesetzt der Kunststoff wäre nicht griffig). Kindergeschirr (Teller, Löffel, Gabel, usw.) wären kein Problem. Der Kleine mag Mickey Maus? Dann gibt es Mickey Maus auf dem Löffel.
Im Sandkasten würde es eine Mickey Maus Backform geben und der kleine Bagger hätte eine kleine Maus als Fahrer.
Für meine Frau gäbe es Bilderrahmen, wundervoll kitschig verziert.
Zu Weihnachten ist der Fenster- und Baumschmuck nur noch ein längerer Druckauftrag und unter’m Baum liegen lustig kleine Musikinstrumente.
Als Brillenträger wäre die japanische Brillenmode nur einen Mausklick weit von der italienischen Brillenmode entfernt.
Haushaltsgegenstände aus Kunststoff wie Schüsseln, Dosen, Salatbesteck wären einfach zu beschaffen.
Als Bastler wären Ersatzteile für die Kaffeemaschine kein Problem und als Spielkind gäbe es im Modellbau ein ganz neues Universum an Möglichkeiten.
…und dann kämen all die Probleme mit dem Urheberrecht!

Ich war Spaßkopierer, kein Raubkopierer

Stunden habe ich damit zugebracht, Kopien von Musik anzufertigen, abendelang. Alle wußten davon, Geschwister, Eltern, Freunde, Lehrer,…
Es fühlte sich nie illegal an, es haben einfach zu viele in meinem Umfeld gemacht. Wir haben die Musik unter Freunden getauscht und hatten Spaß daran. Es war weniger ein Raubkopieren, mehr ein Spaßkopieren.
Kassette per Finger in die richtige Position drehen, einlegen und Aufnahmetaste mit Pause drücken. Nun hieß es warten bis im Radio der richtige Song anfingen. Im richtigen Moment die Pausetaste lösen und hoffen, dass der Moderator nicht dazwischen quatscht. Am Ende des Songs Stopp drücken und wieder per Finger eine Pause ‚erdrehen‘. Mann oh man, was war das für ein Aufwand… aber Spaß hat es gemacht.

Ich gucke das Fernsehprogramm

Wir haben keinen Ferneseher. Vor 3 1/2 Jahren ließen wir den Fernseher beim Umzug einfach zurück und starteten ein Experiment: Ein Leben ohne Fernseher.
Von Anfang an vermisste ich, nur hin und wieder Fussball auf einem großen Bildschirm gucken zu können. Das was wir unbedingt sehen wollen, können wir per Internet auf dem Laptop gucken. Dies funktioniert besser als gedacht, da es mittlerweile recht gute Mediatheken gibt.
Interessant ist, dass unser Fernsehkonsum selbst dann stark reduziert bleibt, wenn wir einen Fernseher zur Verfügung haben z.B. in einem Hotel oder einer Ferienwohnung. Dies liegt eindeutig am Programm. Manchmal schaue ich in die Fernsehbeilage unserer Tageszeitung und fühle mich bestätigt, noch immer kein Fernsehen zu wollen. Nach 3 1/2 Jahren kenne ich nicht mehr alle Sendungen und habe Schwierigkeiten die Sendungen den einzelnen Sendern zu zuordnen. Es ist erstaunlich wie damit die Grenzen zwischen z.B. ARD und RTL verschwimmen: Brennpunkt Famile, Stern TV, …
Nur die Volksmusikanteile kann ich eindeutig zuordnen. Da schlägt meine frühkindliche Prägung zu.

… es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe?

Als Kind habe ich Monopoly gehasst. Seit meiner Kindheit habe ich es nie wieder gespielt und habe auch nicht vor, es in Zukunft wieder zu spielen.
Meine Teilnahme an dem Spiel beschränkte sich nach kurzer Zeit darauf, mit wenig Geld dahin zu vegetieren und zu fürchten meinen erfolgreichen Mitspielern ins Netz bzw. in die Schlossallee zu gehen.
Diese Erinnerung war für mich ein Argument, mich dem bedingungslosen Grundeinkommen zu nähern.
Mir machen nämlich Spiele mehr Spaß, bei denen es in jeder Runde eine Möglichkeit gibt, mitzumachen – wirklich mitzumachen. Dies geschieht meist durch ein ‚regelmäßiges‘ Einkommen (Punkte, Steine, …).
Durch ein BGE würde zwar keine Armut verschwinden, denn schon heute gibt es eine soziale Leistungen, die jedem Bürger zustehen (z.B. Hartz IV). Armut gibt es trotzdem. Allerdings ist der Antrag auf Hartz IV nahe am Offenbarungseid und die Bürokratie hinter der Verteilung der Sozialleistungen (von Arbeitslosengeld bis zum Wohngeld) ist enorm. Diese beiden Dinge, 1. entwürdigende Antragsangaben und 2. hoher administrativer Aufwand würden durch ein BGE wegfallen. Mehr nicht, aber auch nicht weniger!

Übersicht verschiedener Modelle im wiki der Piratenpartei
http://wiki.piratenpartei.de/Bedingungsloses_Grundeinkommen

Link Chaos Radio Express – Brettspiele
http://cre.fm/cre162

…Spielzeug nicht mehr schädlich sein dürfte?

Warum müssen Hersteller von Spielzeug nicht nachweisen, das neue Spielzeuge einen zusätzlichen Nutzen haben?
Es wäre eine tolle Welt, wenn erst der Nutzen eines Spielzeuges nachgewiesen würde, bevor es auf den Markt kommt. Der Nachweis des Nutzens müsste durch wissenschaftliche Studien, die zuvor angemeldet und deren Ergebnisse veröffentlicht werden müssen, bestätigt werden.
Ziel ist es, neue schädliche Spielzeuge zu verhindern, da solche Spielzeuge nur dem Profit Weniger dienen, aber vielen Kindern schaden.
Leider bestätigen die Verkaufszahlen von z.B. Kriegsspielzeug und lautem Plastikspielzeug, dass nicht alle Eltern der Werbung oder dem Drängen der Kinder widerstehen können/wollen.
Dies ist nicht als Einschränkung der elterlichen Mündigkeit zu verstehen, sondern einer Ausweitung bestehender Regelungen. Schon heute sind viele Schadstoffe z.B. ‚Weichmacher‘ in Spielzeugen verboten. Warum dann nicht neben ‚körperlichen‘ Schadstoffen auch Schadstoffe fürs Lernverhalten, für die Konzentration oder für das soziale Verhalten verbieten?

Gleiches sollte auch für Nahrungsmittel, die für Kinder beworben werden, gelten.
Es gibt schon so viel Spielzeug und Kindernahrung, dass nur noch bessere Dinge auf den Markt kommen sollten.

Das Wörtchen ‚alternativlos‘

Alles scheint alternativlos. Politiker verwenden das Wort sehr oft, genauso wie Unternehmern. Eurorettung, Stellenabbau, Rücktritt des politischen Gegners, Outsourcing, Kernkraft, Dividendenausschüttung, Urheberrecht, … alles ist alternativlos. Bei diesem Wort sollten alle Alarmsirenen schrillen. Es ist ein Denkverbot, ein authoritäres Auftreten, ein nicht zulassen anderer Meinungen oder Argumente. ‚Alternativlos‘ bedeutet ‚geistiger Redaktionsschluß‘!

Es ist einfach, ein klar strukturiertes Weltbild zu haben bzw. eine einfache Vorstellung von Schwarz und Weiß. Politiker und Manager scheinen durch diese Aussage kompetent, da sie DIE eine Lösung zu kennen scheinen.
Meistens stellt sich nach der Benutzung des Wortes ‚alternativlos‘ heraus, es gab sehr wohl eine Alternative. Dann ist es mit der Glaubwürdigkeit mindestens für die nächsten 14 Tage vorbei.
P.S.: Ganz ehrlich, es gibt nur ganz weniges, was alternativlos ist.